Anlässlich der „langen Nacht der Demokratie“ veranstalteten die Betriebsseelsorge Ortenau in Kooperation mit der Citypastoral und der Stadt Offenburg eine lebendige Bibliothek in der Offenburger St. Andreas Kirche.
Wenn Pflegeauszubildende zu "lebendigen Büchern" werden
„Gerade die Pflege zeigt, wie wichtig ein funktionierendes Zusammenspiel verschiedener Kulturen in Deutschland ist. Ohne unsere internationalen Auszubildenden und Pflegefachpersonen wäre schon heute keine verlässliche Gesundheitsversorgung mehr möglich.“, sagt der Geschäftsführer der Akademie² für Pflege und Gesundheit, Andreas Heck, bei der Auftakt-Pressekonferenz. Die Pflegeauszubildenden Pamela Njieyong und Alex Djeumini aus Kamerun erzählen von ihrem persönlichen Weg nach Deutschland. In vier Kleingruppen gaben sie Einblicke in ihre Arbeit, ihr Leben und ihre Motivation. Es gab einen intensiven Austausch mit bleibenden Eindrücken.
Für Pamela Njieyong, die unter dem Titel „Mein Weg von Kamerun nach Deutschland“ berichtet, war der Abend eine völlig neue und prägende Erfahrung. „Ich wusste gar nicht, dass es so etwas wie „Lebendige Bücher“ gibt – dass man einfach da sitzt und andere Menschen der eigenen Lebensgeschichte zuhören. Ich habe mich rundum wohlgefühlt. Die Fragen waren ehrlich und respektvoll.
Parallel dazu entwickelte sich in den Gesprächsrunden mit Alex Djeumeni ein intensiver Dialog über die enge Verbindung von Arbeitsmigration und Demokratie. Er nutzt seine eigene Geschichte um zu verdeutlichen, dass Zuwanderung eine Chance ist. Im Austausch wurde spürbar, wie entscheidend Respekt und die Anerkennung der Menschenwürde für ein gelingendes Miteinander sind. „Demokratie funktioniert dann, wenn die moralischen Grundwerte respektiert werden und Menschen einfach als Menschen betrachtet werden – egal, welche Herkunft oder Religion sie haben“ erklärte Djeumeni den Zuhörenden. „Und man weiß: Wenn man sich wohlfühlt, bringt man sich auch gerne ein.“
Die Zuhörenden zeigten sich tief berührt und betonten im Anschluss, durch diesen direkten Austausch eine völlig neue Perspektive gewonnen zu haben.
